Tourenwagen Classics (TWC) 2018: GP-Strecke statt Nürburgring-Nordschleife.

Die Schlagzeilen:

Die Rückkehr der DTM-Klassiker auf die Nürburgring-Nordschleife nach 25 Jahren findet im Rahmen der Nürburgring Classic (15. – 17. Juni 2018) wider Erwarten nicht statt.

Das ewige Revival zwischen Klaus Ludwig und Johnny Cecotto muss vorerst auf die Grand-Prix Strecke verlegt werden, da zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausreichend Sportwarte – Streckenposten garantiert werden können, die ein Rennen für die Tourenwagen Classics in geeignetem, sicheren Set-Up ermöglichen.

Die Rückkehr der DTM-Klassiker auf die Nürburgring-Nordschleife nach 25 Jahren findet im Rahmen der Nürburgring Classic (15.-17- Juni 2018) nicht statt. Obwohl seitens der Serien-Organisation im dritten Quartal des Vorjahres mit intensiven Vorbereitungen begonnen worden war, muss der DAMC 05 e.V. mit Sitz in Düsseldorf, dieser ist mit der Organisation der Gesamtveranstaltung beauftragt worden, teilweise auf den 1984 eröffneten Grand-Prix-Kurs ausweichen. Von dieser Entwicklung insbesondere betroffen sind die Tourenwagen Classics (TWC), die ihren dritten Lauf der Saison entgegen aller Planungen nun doch nicht auf dem berühmt-berüchtigten Eifelkurs austragen können. Statt dessen respektiert die neue Kult-Rennserie für klassische Tourenwagen der achtziger und neunziger Jahre die von den teilnehmenden Teams vorgenommenen Buchungen für Personal, Hotellerie oder Logistik und bietet mit dem Grand-Prix-Kurs zumindest eine Ausweichmöglichkeit zum gleichen Termin an.

Das Angebot seitens des Veranstalters, die Zeit-Trainings und das Rennen an einem Tag durchzuführen, wurde seitens der TWC-Organisation abgelehnt – alleine schon aufgrund von zu geringen Rüst- und Revisionszeiten, die für Boliden wie zum Beispiel eine 1996er ITC-C-Klasse fest eingeplant werden müssten. Zumindest liegen diesbezüglich keinerlei Erfahrungswerte vor. Auch ein gemeinsamer Start mit dem Drei-Stunden-Rennen oder danach hätte daran nichts geändert.

Am Ende musste zugunsten der Sicherheit entschieden werden. Auch zugunsten der Planungssicherheit.

Waren doch für das heiß ersehnte Spektakel aufwändige Medienübertragungen geplant. Ein Helikopter mit Kamera wie seinerzeit sollte die Meute über die spannendsten Streckenabschnitte begleiten sowie paralleles LIVE-STREAMING aus mehreren Strecken- und Onboard Perspektiven. Solch Planungsaufwand macht nur dann Sinn, wenn die Durchführung des Rennens auch garantiert werden kann. Aufgrund einer Veröffentlichung des Marshalls Club Nürburgring e.V. (MCN) gab es aber Anlass zur Sorge, ob ein Rennen auf der Nordschleife überhaupt möglich sein wird.

Die Entscheidung der TWC Organisation zum jetzigen Zeitpunkt also ein logischer und verantwortungsvoller Kompromiss.

Hintergrund und Auslöser für die Teil-Absage: Es stehen der Gesamtveranstaltung stand heute nicht genügend Sportwarte, Streckenposten, zur Verfügung. Dabei handelt es sich um erfahrene, mit den speziellen Erfordernissen der Nürburgring-Nordschleife vertraute Fachkräfte, die sämtliche Positionen entlang der 20,8 Kilometer langen Naturrennstrecke absichern. Die meisten von ihnen gehen neben ihrer Tätigkeit in der „Grünen Hölle“ auch einem Zivilberuf nach, sie müssen rechtzeitig planen und Jahresurlaub einreichen können, um vor Ort zu sein. Organisiert sind diese für den Ablauf einer Rennveranstaltung unerlässlichen Helfer im Marshalls Club Nürburgring e.V., der im Vorfeld der diesjährigen Nürburgring Classic naturgemäß in Kontakt mit dem veranstaltenden DAMC 05 steht.

In einer offiziellen Verlautbarung weist der Verein nun darauf hin, sich von der Veranstaltung aus verschiedenen Gründen zu distanzieren. So zumindest die Informationen aus dem direkten und indirektem Umfeld. Was sich hinter den Kulissen tatsächlich abspielt, bleibt natürlich verborgen. Jedenfalls trifft uns das hart und schlägt hohe Wellen auch bei den Teilnehmern, die sich schon sehr auf diesen Event gefreut hatten.

Ein großes Staraufgebot war zusammengestellt worden – auch, um wie gesagt mit Namen von Klaus Ludwig bis Johnny Cecotto über die Eifel hinaus ein Multimedia-Ereignis anbieten zu können. Zuletzt erreichte die über das Internet verbreitete Livestream-Übertragung vom zweiten Lauf der Saison 2018 auf dem Lausitzring Einschaltungen von annähernd 200.000 Zuschauern, eine weitere Steigerung bis auf eine halbe Million Livestream-User, begünstigt durch den Faktor Nordschleife als Multiplikator, war von Fachleuten im Vorfeld prognostiziert worden.

„Wir sind fassungslos, uns fehlen ganz einfach die Worte“, fasst Alexander Ferreira stellvertretend für die neben ihm aus Ralph Bahr und Marc Hessel bestehende Organisationsleitung der Tourenwagen Classics zusammen. „Im Interesse unserer Teilnehmer, die in dieses eine Rennen und seine besondere Aufgabenstellung investiert haben, müssen wir natürlich zum gleichen Termin eine Alternative bieten, möglichst an gleicher Stelle.“ Ralph Bahr fügt hinzu: „Sicherheit auf der Strecke und Planungssicherheit für Teams und Dienstleister gehen natürlich vor – in diesem Set-Up können wir nicht starten. Gleichwohl haben wir in diesem Jahr extra auf unser Rennen bei der DTM auf dem Norisring verzichtet, um die Nürburgring-Nordschleife in den Vordergrund stellen zu können. Wir müssen nun natürlich um unserer hochkarätig besetztes Starterfeld bangen und versuchen, die zahlreichen DTM-Legenden zum Umzug auf den Grand-Prix-Kurs zu bewegen – optimal ist das nicht!

Wir drücken jedenfalls den zahlreichen Startern der FHR und der Youngtimer Trophy die Daumen, dass es wenigstens zum Drei-Stunden-Rennen kommen wird – auch im Sinne der Fans und des Veranstalters“.

Marc Hessel schließlich, als DTM-Legende selbst auch im Tourenwagen-Cockpit aktiv, zieht das nüchterne Fazit: „Es geht hier vor allem um Glaubwürdigkeit – nicht nur für uns als Rennserie und Vertragspartner der Nürburgring Classic. Jetzt gilt es zunächst einmal, Schadensbegrenzung zu betreiben und unser Rennen mit einer Träne im Knopfloch unter veränderten Rahmenbedingungen über die Bühne zu bringen.“

Verantwortlich für den Inhalt:
Alexander Ferreira
Ralph Bahr
Marc Hessel