Rückkehr der DTM-Legenden auf die Nürburgring-Nordschleife: Saisonhighlight der Tourenwagen Classics.

Sonntag, 17. Juni 2018, 11:40 Uhr: Die DTM-Legenden kehren auf die Nürburgring-Nordschleife zurück – ein Vierteljahrhundert nach dem letzten Auftritt auf dem Eifelkurs am 10. Juni 1993.

Die Schlagzeilen:

Krieg der Sterne – Einsatz prominenter DTM-Piloten auf verschiedenen Mercedes-Benz-Fahrzeugen vorgesehen.

Blitz(-Licht)-Gewitter –Titelgewinner Volker Strycek mit dem 1990er Opel Omega 24V Evo 500 einer der Sieganwärter.

Publikumslieblinge – Olaf Manthey, Harald Grohs, Christian Menzel und Marc Hessel in diversen BMW am Start.

Sonntag, 17. Juni 2018, 11:40 Uhr: Die DTM-Legenden kehren auf die Nürburgring-Nordschleife zurück – ein Vierteljahrhundert nach dem letzten Auftritt auf dem Eifelkurs am 10. Juni 1993. Archivbild: BMW Press Club

Es ist eines der Highlights bei der Richard Mille Nürburgring Classic 2018, dem Eifelrennen in der Grünen Hölle des Nürburgrings: Mit den Tourenwagen Classics kehren die DTM-Legenden nach exakt 25 Jahren Abwesenheit auf die Nordschleife zurück. Und das nicht zu einem Demonstrationsfahren, sondern vielmehr zu einem regulären Rennlauf über 40 Minuten. Die Spannung im Vorfeld ist kaum zu überbieten. Nicht zuletzt die Frage, wer von den einstigen Fahrern bei der neuen Kult-Rennserie für klassische Tourenwagen mitrollt, wird bis kurz vor der Startfreigabe die Gemüter beschäftigen – und natürlich ist alles möglich!

Sie sind alle schon dabei gewesen: Klaus Ludwig, Toto Wolff, Christian Danner, Roland Asch, Altfrid Heger, Christian Menzel, Marc Hessel, Olaf Manthey, Hubert Haupt, Harald Grohs, Volker Strycek, Alexander Burgstaller und Kurt Thiim: Die Tourenwagen Classics reaktivieren nicht nur zahlreiche Tourenwagen-Klassiker aus dem ersten Lebensabschnitt der DTM, sondern auch ihre populären Fahrer. Am 17. Juni nun sieht sich die neue Kult-Rennserie für klassische Tourenwagen vor ihre bislang größte Herausforderung gestellt: Mit der Nürburgring-Nordschleife ruft die anspruchsvollste Rennstrecke der Welt, gleichzeitig ist sie für Deutschlands Rennszene der Schauplatz schlechthin.

Am 18. Juni 1988, Armin Hahne auf Ford Sierra RS 500 Cosworth war damals der große Sieger, wagte sich die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) erstmals auf die Nürburgring-Nordschleife. Am 10. Juni 1993, fünf Jahre später, endete die DTM-Saga in der Grünen Hölle mit dem Triumph des Italo-Stars Nicola Larini im Alfa Romeo 155 GTA. 1994, mit dem endgültigen Einzug der DTM-Klasse 1, schien der 1927 eröffnete Eifelkurs mit den hochentwickelten Tourenwagen, die mehr Prototypen waren, nicht mehr kompatibel zu sein. Dennoch bewies vor allem Opel-Sportchef Volker Strycek zu dieser Zeit, dass Klasse-1-Boliden sogar bei einem 24-Stunden-Rennen eingesetzt werden konnten. Er passte einen Opel Calibra V6 an die Erfordernisse der Berg- und Talbahn in der Eifel an und legte so den Grundstein für den Opel-Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2003.

Der gebürtige Essener, 1984 erster Titelgewinner der Deutschen Produktionswagen-Meisterschaft auf BMW 635 CSi, ist eine der zentralen Figuren bei der Rückkehr der DTM-Legenden auf die Nürburgring-Nordschleife. Volker Strycek hat im vergangenen Jahr seinen Opel Omega 24V Evo 500 nach exakt 20 Jahren Standzeit reaktiviert, so auch bei den Tourenwagen Classics im Rahmen der heutigen DTM auf dem Nürburgring im September 2017. Bei seinem Fahrzeug handelt es sich um einen 1990 produzierten Original-Einsatzwagen, der zunächst in Schmalversion bei der DTM von ihm selbst gefahren worden ist. 1994 baute Volker Strycek den auf Evo-Stand umgerüsteten Viertürer in eigener Regie neu auf und ging mit ihm von 1995 an im Veedol-Langstreckenpokal auf Punktejagd. 1997 nahm er den roten Renner vorerst aus dem Einsatz, um am letzten Tag im Juni 2017 auf dem Norisring damit zurückzukehren. Auf Anhieb mischte er in den Straßen der Stadt Nürnberg ganz vorne mit und wunderte sich über den Zuspruch vor allem bei der jungen Fan-Generation: “Die haben teilweise noch gar nicht gelebt, als unsere Autos auf der Strecke waren. Aber sie schauen die alten Filme und sagen ‘geil, geil, geil!'”

Dasselbe trifft auch auf das historische Duell zwischen BMW und Mercedes-Benz 1992 zu, als sich Johnny Cecotto und Klaus Ludwig auf der langen Geraden entlang der Döttinger Höhe vor laufenden Fernsehkameras bedrohlich nahe kamen. Ob die beiden Profis auch am 17. Juni auf der Nordschleife ein Wiedersehen feiern werden, steht im wahrsten Sinne des Wortes noch in den Sternen. Fest steht, dass verschiedene Altmeister zu neuen Ehren kommen sollen, so zum Beispiel Marc Hessel und Christian Menzel im 1988er DTM-BMW M3 E30 oder die honorigen Mitglieder des Revival Teams Vogelsang aus Recklinghausen. Mit Olaf Manthey, Altfrid Heger und Harald Grohs gehören gleich drei Heroen der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft zum Fahrerkader, den Serien-Mitorganisator und Rennfahrer Ralph Bahr zusammengestellt hat. Wie sich die hochkarätigen Klasse-1-Boliden von Stefan Rupp, Thorsten Stadler und Jörg Hatscher auf ungewohntem Terrain schlagen werden, wird das Rennen der Tourenwagen Classics zeigen.

Mehr als nur Außenseiterchancen müssen den erstaunlich schnellen Zweiliter-Tourenwagen aus der STW-Meisterschaft eingeräumt werden. Insbesondere Yannick Trautwein (BMW 320i) und Alexander Schmidt (Renault Laguna) überraschten zuletzt mit ihren Darbietungen im Spitzenfeld. Auf der Nürburgring-Nordschleife kommt ihnen die Agilität ihrer maximal 285 PS leistenden Rennboliden entgegen. Und wenn es regnen sollte, das wissen nicht nur die alten Hasen in den Cockpits, werden die Karten ohnehin neu gemischt. Dann wäre vor allem mit Driftkönig Olaf Manthey im 245 PS starken BMW 325i, seinem Original-Dienstwagen aus der DTM 1986, zu rechnen, der bei Nässe auch mit 63 Jahren noch immer einer der spektakulärsten Fahrer im Starterfeld der Tourenwagen-Asse ist – und der sich diebisch auf seinen Auftritt vor heimischer Kulisse freut.

Verantwortlich für den Inhalt: Carsten Krome Netzwerkeins