Historic Grand Prix Zandvoort/NL: Auftakt einer wahrhaft königlichen Trilogie in der Mercedes-C-Klasse.

Am kommenden Wochenende tragen die Tourenwagen Classics (TWC) auf dem Dünenkurs im niederländischen Zandvoort ihren fünften von insgesamt sieben Wertungsläufen aus. Allmählich tritt das Kult-Format für klassische Renntourenwagen der achtziger und neunziger Jahre in ihrem dritten Meisterschaftsjahr in die entscheidende Phase ein. Diese würzt zusätzlich die Meldung, dass ein wahrhaftiger König des Tourenwagen-Rennsports bei den verbleibenden drei Rennen der Saison ein festes Cockpit besetzen wird. Nach seinem Gastspiel bei den Nürburgring Classics im Frühsommer tritt Klaus Ludwig (68) nun gemeinsam mit dem Oldenburger Unternehmer Jörg Hatscher an.

Die Schlagzeilen:

Gemischte Partie an der Nordsee: Acht Einheimische verstärken das Feld der 16 gemeldeten Gäste aus Deutschland.

Solo für Marc Hessel: Der DTM-Titelanwärter des Jahrgangs 1987 tritt mit dem BMW M3 E30 erstmals als Solist an.

Trilogie für König Ludwig: DTM-Champion der Saison 1994 sitzt erstmals wieder in der C-Klasse von Mercedes-Benz.

Drei Wochen nach dem AvD-Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring setzt sich das Veranstaltungsprogramm der Tourenwagen Classics (TWC) fort. Auf dem Dünenkurs im niederländischen Zandvoort treten 24 Renntourenwagen-Klassiker der achtziger und neunziger Jahre an der Nordseeküste zu ihrer fünften von insgesamt sieben Begegnungen an. Mit dabei sind nicht nur acht einhemische Fahrer, angeführt von Gerbert Luttikhuis auf dem Mercedes 190E 2.5-16 im Look des MS-Jet-DTM-Teams des Jahres 1992, sondern auch 16 deutsche Stammpiloten. Da die Meisterschaft allmählich in ihre entscheidende Phase eintritt, haben die meisten Titelanwärter in den einzelnen fünf Klassen ihre Nennung abgegeben.

Das gilt insbesondere für Ralph Bahr und DTM-Legende Harald Grohs (74) mit dem BMW M3 E30 des Recklinghäuser Revival Teams Vogelsang. Nach einem Motorschaden im Juni bei den Nürburgring Classics meldete sich das ProAm-Duo mit einem Klassensieg beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix vor zwei Wochen an gleicher Stelle eindrucksvoll zurück. Im 1987 schon einmal in der DTM siegreichen Original-Einsatzwagen haben sie plötzlich sogar wieder intakte Chancen, die Jahres-Endwertung in der hart umkämpften Klasse 3 für sich zu entscheiden. Starke Gegner sind die Saarbrücker Brüder Jürgen und Peter Schumann mit dem BMW 635 CSi Gruppe A Coupé des Jahrgangs 1983, der Niederländer Marc Seesing mit dem BMW M3 E30 im Fina-Design – und Marc Hessel. Der gebürtige Bonner tritt mit dem 1988 aufgebauten Zakspeed-BMW M3 E30 Gruppe A von 2.0 Automotive aus Düsseldorf erstmals im Alleingang an, da sein Stammpartner Christian Menzel terminlich verhindert ist und nicht starten kann.

Für eine Überraschung in der Klasse 3 könnte Jan van Elderen sorgen. Auch er ein Lokalmatador, bringt der Ford-Spezialist mit seinem Sierra RS Cosworth mit, der mit seinem Reihen-Vierzylinder-Turbomotor gegenüber den reinrassigen Saugmotoren in den BMW M3, 325i sowie 635 CSi einen Leistungsvorteil in die Waagschale legen kann. Für die BMW-Fraktion hingegen spricht die bessere Traktion in den Kurvenkombinationen des Circuit Park Zandvoort, und das könnte das schlussendlich ausschlaggebende Kriterium sein. Darauf bauen gleichsam die Zweiliter-STW-Piloten der Klasse 4, die im Saisonverlauf immer wieder für Überraschungen – auch in der Gesamtwertung – sorgen konnten. So belegten Gerhard Füller (Opel Vectra STW) und Alexander Schmidt (Renault Laguna Williams Blend 37) bereits zu einer frühen Phase des Rennjahres unterwartet Podiumsränge in der Gesamtwertung. Selbst ein Gesamtsieg ist bei geeigneter Wetterlage – Regen kommt den Fronttrieblern sehr zugute – durchaus denkbar.

Dem haben die Protagonisten der Klasse 1 natürlich etwas entgegenzusetzen, allen voran Jörg Hatscher: Der Unternehmer aus Oldenburg an der südlichen Nordsee, Vizemeister des vergangenen Jahres, musste das Rennen beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring vor 14 Tagen vorzeitig aufgeben. Mit dem ITC-Mercedes-Benz C-Klasse des Jahrgang 1996, ursprünglich von Jan Magnussen, Juan Pablo Montoya und Riccardo Zonta gleichermaßen präsentiert, will er nach erfolgter Reparatur wieder voll angreifen. Schon vor dem technisch bedingten Ausfall auf dem Eifelkurs stand fest, dass Jörg Hatscher (57) sich für die verbleibenden drei Läufe der Tourenwagen Classics prominente Unterstützung ins Cockpit holen würde. Inzwischen ist der Einsatz von Klauzs Ludwig, der sich mit dem zumindest äußerlich gleichen Fahrzeugtyp 1994 den DTM-Titel sicherte, definitiv. Der 68-Jährige, der vor 30 Jahren mit dem Ford Sierra RS 500 Cosworth des Siegener Ford-Händlers Bernhard Grab die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft 1988 gewann und somit seines eigenen Titelgewinns gedenkt, wird die Saison 2018 an Jörg Hatschers Seite beschließen – eine schlagkräftige Kombination, zumal “König” Ludwig schon zweimal bei den Tourenwagen Classics aktiv gewesen ist. Zuletzt startete er an der Seite von Gerbert Luttikhuis mit dessen Mercedes 190E 2.5-16 im Juni 2018 bei den Nürburgring Classics.

Hatschers Teamkollege und Titelverteidiger im Team tst Sport Technik, Thorsten Stadler aus Hannoversch-Münden, ist mit der 1994 von Ellen Lohr in der DTM gefahrenen Mercedes-Benz-C-Klasse nach wie vor als Alleindarsteller unterwegs. Hinter den Kulissen wird freilich gemunkelt, dass sich auch dieser Umstand möglicherweise bald ändern könnte – es bleibt spannend im Feld der Tourenwagen Classics. Das trifft ganz unzweifelhaft auch für die seriennahe Klasse 5 zu, in der Fahrzeuge nach dem DTC-Reglement einklassiert sind. Fünf Mercedes 190E mit 16-Ventil-Motoren machen das Geschehen unter sich aus, angeführt von Roland Hölscher und Ferdi Weischenberg, die klassische Sponsordesigns aus der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft der achtziger Jahre zitieren.

Das Rennen über 40 Minuten startet am Sonntag um 12:05 Uhr.

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